EA kauft Spielehersteller mit innovativen und erfolgreichen Spielen auf, um die dazugehörigen Entwickler dann entweder zu vergraulen oder zu „EAen“ (=zu Fortsetzungs-Programmierern/Designern versklaven).
Einige prominente Beispiele:
- „Command & Conquer“, eigentlich von einer Firma namens Westwood, ab dem weniger gelobten „C&C Generals“ unter der Fuchtel von EA. Auch das Spiel „Dune2000″ erhielt unter EA keinen Nachfolger. (Quelle)
- Maxis. Maxis wurde 1997 von EA übernommen, entwickelt zwar immer noch meiner Meinung nach sehr innovative Spiele (Die Sims und Spore) allerdings zu dem Preis das alle übrigen Projekte (wie SimCity) aufgegeben werden mussten und die Community regelmäßig von sinnlosen, überteuerten AddOns überschwemmt wird. (Quelle)
- Origin Systems schenkte uns Richard Garriott, dieser entwickelte ab 1992 – bereits unter EA – Ultima Online. Obwohl das Spiel einen enormen Beliebtheitsgrad erreichte, stoppte EA alle übrigen Spiele Entwicklungen von ehemals Origin Systems, was schließlich Garriott vertrieb. (Quelle)
- Bullfrog Productions (Populus, Theme Park, Dungeon Keeper) wurde 1995 von EA gekauft, woraufhin unter anderem Peter Molyneaux (gründete dann Lionhead Studios und entwickelte Black&White) das Label verließ. (Quelle) Was meiner Meinung nach zu nicht unerheblichen Geldproblemen seitens Lionhead Studios führte.
Ich finde es erstaunlich das ein Konzern wie Electronic Arts, dessen Releaseliste eigentlich DEN Mainstream darstellt, ausgerechnet genau die Firmen aufgekauft hat die einmal innovative Spiele entwickelten. Nur um eben diese Entwickler dann zu zwingen entweder die Firma zu verlassen oder die Spiele in den von EA gewünschten Einheitsbrei umzuwandeln und unter enormen Release-Druck in endlosen Fortsetzungen auszuschlachten ?
Klar könnte man dann ja das von unserer „anti-social“ geprägten Konsumgesellschaft gerne gebrachte Argument „aber so verdient man eben Geld“ entgegenschleudern. Allerdings sollte man dabei bedenken das die Spiele, denen EA ihr Logo aufdrückt, hauptsächlich deswegen gekauft werden weil die Kunden von den Ursprüngen begeistert waren. Von dem Konzept, der Innovation. C&C verkauft sich schon lange nicht mehr so gut wie „damals“. Wann winkt den Sims wohl das gleiche Schicksal?
Vor einem Jahr gab John Riccitiello sogar zu das man mit der wenig innovativen lieber-auf-altbewährtes-setzen-Schiene überraschender Weise irgendwann nicht mehr ganz so up to date ist: Gamestar berichtete. Allerdings wird vermutlich auch Spore mit dem von Mass Effect bekanntem Hammer Kopierschutz ausgerüstet werden und mit Die Sims 3 steht ein neuer, lediglich grafisch aufgepeppter Aufguss ins Haus.
Dabei hat EA schon eine oft betrauerte Leiche hinterlassen. Sie weigerten sich auch nur ein Spiel für die Sega Konsole „Dreamcast“ zu entwickeln (bzw. man sollte eher sagen: sie verboten es den von ihnen aufgekauften Spieleschmieden Games für die Plattform rauszubringen). Mit der Begründung das SEGA sich nicht hauptsächlich auf ein Online-System einlassen wollte und einen Grafikchip benutzte, den EA angeblich nicht kannte und auch nicht kennen wollte. (Quelle)
Die Frage ist: wie viele werden noch fallen? Da EA es bisher nicht zu Stande brachte auch nur ein vernünftiges MMORPG auf den Markt zu bringen, haben sie sich eine völlig neue Strategie zur Erschließung weiterer Kundenkreise ausgedacht: Wir kaufen einfach Blizzard!! Leider ging dieser gerissene Plan nicht auf, stattdessen halsten sie sich damit eine Deplatzierung vom Ersten auf den Zweiten Platz der Umsatzgröße ein da Blizzard aus Angst von dem Borgplanet „EA“ verschlungen zu werden und nächtelang nur noch an „World of Warcraft 2″, „World of Warcraft 3: Kriegsherren“ und „World of Warcraft 2-2″ zu schuften kurzerhand mit Activision fusionierte.
Was dem ein oder anderen sicher erst einen Seufzer der Erleichterung entlockte sollte mittlerweile zu abermaligem Entsetzen führen da sich EA nun wieder an die Spitze zu setzen versucht, in dem es mit Take2 (GTA) anbandelt (bzw. es versucht zu invasieren). Und selbst wenn Take2, als letztes unbeugsames Dorf im EA-Land, fleißig weiter Widerstand leistet so bleibt da immer noch Ubisoft (Heroes of Might and Magic, The Elder Scrolls, Splinter Cell) das Electronic Arts schon lange über den Aktienweg von innen heraus versucht zu verdauen…


